Freitag 7. Juli 2017

Samstag 8. Juli 2017

Freitag

Mississippi Isabel

„Komm, wir machen 'ne Band!“, denken sich die vier Freundinnen aus Augsburg. Aber, hey: Schlagzeug, Gitarre und Bass, das kann ja jeder. Sie graben in den verschrobensten Musikkisten dieser Welt und fördern zu Tage: Kinderklavier, Flügelhorn, Cello, Melodika, Akkordeon, Glockenspiel und auch – na gut, ein bisschen Normalität darf noch sein – die ein oder andere Gitarre. Eigenwilligkeit ist Trumpf. Und Mississippi Isabels vierstimmiger, leicht melancholischer Folk-Pop ist so schön in seiner Eigenwilligkeit – wir wollten sie unbedingt als Opener für unser Festival.

The Green Apple Sea

Die fantastische Fünfertruppe aus Nürnberg ist DIE Indie-Americana-Instanz in Bayern. Seit fast 20 Jahren treiben sich The Green Apple Sea auf den Bühnen dieser Welt herum und verschönern alle Orte an denen sie Halt machen mit ihrer songwriterischen Eleganz. Zwingend notwendig für's Waldstock-Karma, die Nürnberger auch mal zu uns einzuladen. Hiermit geschehen. Und wie glücklich wir sind. Ein herzliches Willkommen!

Folk's Worst Nightmare

Mehr Supergroup geht nicht. Nürnbergs versammelte Eminenz der Folk- und Antifolkszene verbündet sich 2016 zu einem musikalischen Wahsinnskollektiv. Folk's Worst Nightmare sind: Mäkkelä, The Black Elephant Band, The Devil's Dandy Dude, Tjian, Brickwater, John Steam Jr., Chris Padera, Reverend Reefer. Und ALLE stehen sie bei uns auf der Bühne. Schonmal acht Solokünstler/Bands zusammen eine Show stemmen sehen? Wir auch nicht. Mindfuck → Grandios → Waldstock.

Stray Colors

23:00 Uhr, Waldstock, Waldgleis 1, Waldtrain is rolling. Und er führt euch: In die faszinierend-fremd-wunderschönen Länder des Balkan und seiner einzigartigen Folklore. Zwischenhalte: bebende, ekstatische Live-Performances, treibender, atemloser Indie-Pop, sanfte, herzerwärmende Folk-Nummern. Ihre fünf Zugbegleiter: Die Stray Colors aus München. Die Bitte an die Fahrgäste: Tanzen und fallenlassen, damit der der Waldtrain in der Spur bleibt. Ein einziger Rausch.

Samstag

The Black Mile

Es gibt sie noch, die idealistischen Pegnitzer MusikerInnen. Die, die sich im Schweiße ihres Angesichts die Nächte in den düsteren Höhlen der fränkischen Kleinstadt um die Ohren schlagen und – einer Auferstehung gleich – am Ende der Nacht mit melancholischen Kleinoden vor dem großen Waldstock stehen. The Black Mile. Acoustic-Rock mit zweistimmigem Gesang und Band. Letztendlich doch gar nicht so düster, sondern mit kleinem Augenzwinkern hinter dem Kajal. Und unser Opener beim Waldstock-Festival. Pegnitz is alive.

The Living

Wer bei Musik aus Erding zünftige Weißbierschaukeleien erwartet, reißt bei den fünf Jungs und Mädels aus Erding erstmal gepflegt den Mund auf. Denn die zwei Geschwisterpaare mitsamt ihrem adoptierten Gitarristen machen fluffig-durchlässigen Sommer-Indie, der im Alleingang grummelnde Trolle in verzückte Sonnenkinder verwandeln kann. Ein Geheimtipp von unserem Kooperationspartner By-On – wir haben sie flugs eingeladen.

Heim

Eigenheim. Heimisch. Heimatlos. In all diesen Wörtern steckt der Bandname der Nürnberger. Die Bezeichnungen sind vertraut. Im Gegensatz zu dem so unfertig, so nicht ganz vollständig klingenden Namen Heim. Und Vertrautheit mit Unbehagen mischen die drei auch in ihrer tiefliegenden Rockmusik, die manchmal so richtig erdig zulangt. Aber eigentlich auch ganz furchtbar von nagenden Fragen durchzogen ist. Zittrig bebende Blätter in Waldstocks Wäldern.

His Clancyness

Jau, Italy! Ein seltener Gast bei uns auf dem Schloßberg. Warum eigentlich? His Clancyness sind ganz liebenswert entrückte Indie-Romantiker, die weniger strahlendes Azzurro als viel mehr eine Palette an sanft-warmen Farben aus ihren Instrumenten keltern. Dazu noch ein Kelch Post-Punk mit einem Schuss Popappeal gewürzt und fertig ist der Triptrank. Liebes Publikum, TraumtänzerInnen und WolkenguckerInnen, lasst euch in den Schoß seiner Clancyness fallen.

Oum Shatt

Weil anders immer cooler ist: Oum Shatt pflanzen arabische Harmonien und Melodien in ein vertrackt pulsierendes, auf den letzten Takt durchgeplantes Rhythmusgewirr, schaufeln einen Haufen Indie-Talent und messerscharfe Gitarren drüber und schaffen so einen neuen Sound. Floskel. Klar. Schreiben wir deswegen eigentlich auch nie. Aber: Das ist tatsächlich ein neuer Sound. Wahnsinn. Zu genießen via: erstauntes Zuhören. Oder aber, bevorzugt: selbstvergessenes Tanzen in den Klängen, die so wohl noch nie durch unser Blätterwerk geschallt sind.

Demob Happy

Schonmal eine musikalische Planierraupe dreistimmig singen gehört? Nej? Na, dann wird’s Zeit. Demob Happy sind verdammt laut, wild, dreckig aber auch so unglaublich musikalisch. Die Jungs aus Brighton kommen mit ihren hymnischen, mehrstimmigen Refrains und dem dreckig-bratzigen ganzen Außenrum einer verrückt knarzigen Perfektion schon ganz schön nahe. Grunge ist nicht tot. Er groovet jetzt nur.

Robbing Millions

Der Sonnenaufgang nach einer langen Dunkelheit. Der Regenbogen im Sommergewitter. Die musikalische Wunderkammer aus Belgien. Totale Weirdos mit lieblichem Popapeal. Bunte Paradiesvögel mit bunten Gitarrenlinien, bunten Gesangsharmonien und buntem Rythmusgewirbel. Kompositionen zum Verlieben. Und zum Lieben. Manchmal so schön, dass es weh tut. Manchmal so wild, dass man jeglichen Halt verliert. Pop meets Psychedelic und Hippieträume im Free-Jazz Club am Strand von Kalifornien. Und wir legen uns dazu, lassen uns treiben und tragen und sagen: Wie schön, dass ihr hier seid, liebe Robbing Millions.

Inheaven

Wenn das letzte rote Glühen der Abendsonne hinter dem Schloßberg verschwindet, wenn aus der wohligen Nachmittagsstimmung endgültig das rauschende Fest wird, wenn Waldstock auf seinen donnernden Höhepunkt zustürmt, dann bitten wir Inheaven auf die Bühne. Ein Bandname wie ein Versprechen. Sie nehmen uns mit in den siebten Gitarrenhimmel, vermischen wavige 80er-Klänge mit rotzigem 90er-Grunge und On-The-Point 00er Indie. Mit einem Frau-Mann-Frontduo, das in der Performance „Charisma“ neu durchdekliniert und einer rauschhaften Band, die das Live-Konzert zu einem Live-Erlebnis macht. Glühend geht die Sonne unter, der Stern von Inheaven, er steige weit hoch in den Himmel.

Pacific Swell

Was man gegen Mitternacht gemeinhin eher nicht erwartet: Flirrende Hitze und ein elektrisierend-pulsierendes Flimmern in der Luft, eine knisternde Spannung und eine treffsichere Explosion. Was man bei Waldstock gegen Mitternacht bekommt: All das, präsentiert von den vier von der Luzi gezwickten Jungs von Pacific Swell. Surfpunk aus dem hohen Norden Dänemarks: Mal einnehmend düster, mal im Ich-Lieg-Laidback-Am-Strand-Feeling. Mal sind sie verkleidet wie der Tod selbst, mal tragen sie Kleider der Geishas. Pacific Swell sind ein Augenschmauß, ein musikalisches Gewitter, der perfekte Abschluss.