Waldstock #23 kommt...am 08. und 09. Juli 2016. Im Mai gibt's hier die ersten Infos zu Waldstock #23, bis dahin hier noch das Line Up von 2015

Freitag 10. 7. 2015

Samstag 11. 7. 2015

Freitag

Pete Hubson

Wir haben unsere Voice-Scouts rausgeschickt. Ihr wisst schon, die, die nach den krassesten Stimmen des nächsten Jahrtausends suchen sollen. Eigentlich haben wir unseren Scouts ganz schön viele Spesen vorgeschossen und gedacht, die Reise dauert mindestens zweimal um die Welt und drölfzig Jahre. Naja, aber dann kamen sie nach einem halben Tag wieder. Dass wir in München fündig würden, dachten wir eigentlich nämlich nicht. Sind wir aber...and The Voice Of Waldstock is...Pete Hubson! Und der klingt, als wäre er ungefähr 17 mal so alt wie er ist, hätte die gesamte Musikgeschichte studiert, alles, was Herz hat, herausgefiltert und in seine unglaubliche Stimme gepfeffert.

The Apartment Orchestra

Jajajaja, Ukulelen! Und zweistimmiger Gesang! Und Trommeln! Und soooo schöner Indie-Folk! Manchmal macht ihr's uns aber auch leicht, liebes Nürnberg, Kleinode für unser Festival zu finden. Linda und Flo sind The Apartment Orchestra und Linda und Flo gehören ganz klar hierher, auf Waldstock. Local Heroes mit Superheldenqualität. Nürnberg ist einmal mehr Mekka eindringlich zarter Songwriterkunst, Waldstock nimmt die Gläubigen für ein Wochenende auf. We are so happy!

Merz

Ja, doch, wir sind schon ziemlich stolz darauf, Merz hier bei uns zu haben. Eigentlich ist Name-Dropping auch nicht so unseres, aber um nur ganz kurz nur ein paar Dunstkreise, die den britischen Liedermacher Conrad Lambert aka Merz schon umschwadet haben, zu nennen: Matthew Herbert, Portishead, Peter Gabriel. Egal, es geht um ihn: Merz ist ein ewiges Wunderkind, das schon 1999 als the next big thing von der britischen Musikpresse gefeiert wurde, aber den ganz großen Durchbruch dann doch hinter der künstlerischen Selbstverwirklichung zurückstellte. Zum Glück. Dadurch wurde er zu einem der spannendsten Songwriter der 00er Jahre, mit vielen, vielen Stilwechseln – vom typischen Folksong bis hin zum völlig verpluckerten Analog-Synthie-Sound war alles dabei. Bei uns spielt er ein Solo-Set. Welcome to Waldstock Mr. Lambert!

Touched By T.Lo

They got Touched By T.Lo and we got touched by them. Wir wagen uns beim Präludium dieses Jahr nochmal etwas weiter nach vorne in die elektronische Songwriterkunst. Nachdem Allie letztes Jahr alleine an den Knöpfchen die die Welt bedeuten herumdrehte, holen wir uns dieses Jahr mit Touched By T.Lo ein Duo auf die spätabendliche Waldbühne. Fabi und Noa haben sauviel Verve, Anmut, Gefühl, Gespür für richtige musikalischen Wege und einen gänsehautmachenden zweistimmigen Gesang. Und wer sagt, dass Songwriter nur auf der akustischen Klampfe spielen dürfen, hat wahrscheinlich irgendwas nicht verstanden. Die beiden schon. Denn: That's how it has to sound in 2015.

Samstag

The Rolling Chocolate Band

Bayreuth, nördlichster Ortsteil der freien und Hansestadt Pegnitz: Im Dunstkreis eines alten Fabrikgeländes erhebt sich eine längst totgeglaubte Macht wieder zum Leben. Die unbesiegbare Melange aus rollenden Brettern und fetter Musik. Die Rolling Chocolate Band entsteigt den heiligen Skate-Hallen der alten Schokoladenfabrik Bayreuth und feuert mit Wucht ihre blues-geschwängerten Songbomben in den Hedonismus dieser Welt. Welcome to Waldstock boys!

William’s Orbit

Weiden, 50km östlich von Pegnitz. Kaum Medien, dafür aber viele liebe grummelige Menschen, umgeben von jeder Menge Wäldern. Aber für die Verwirklichung der Herzensangelegenheit „Musik“ braucht man nur fünf begeisterten Menschen, mit denen man alles erreichen kann. Und dann so der eine Musik-Agent zum anderen „Hey, haste schon William's Orbit gehört? Lupenreiner Indie-Rock mit großen Gesten, und nich' aus New York, sondern aus Weiden. Wie fett ist das denn?“ Und dann landen sie beim Bayerischen Spitzenförderprogramm für junge Bands, By-On, unserem Partner. Und dann spielen sie, hastenichgesehen, auf Waldstock #22!

van hazy

Also wir kommen ja jedes Jahr ganz schön ins Schwitzen, wenn wir nach wirklich besonderen, regionalen Bands suchen. Dieses Jahr lief das allerdings recht flott: Ziemlich edler Bandname, ziemlich edle Band. van hazy aus Bamberg kommen irgendwie a bisserl aus dem Nichts und bringen von dort eine beachtliche Portion innovatives Songwriting mit. Oberfrankens Band des Jahres versprüht mit ihrem Indie-Psych-Dings eine Spielfreude und einen Charme, man erliege sofort!

Chick Quest

Showdown auf Slot 4: Chick Quest aus Wien machen Spaghetti-Western-Post-Punk. Warum ist eigentlich noch keiner vor ihnen auf dieses wundervolle Wortungetüm gekommen? Vielleicht, weil es nicht so einfach ist, das alles unter einen Hut zu bringen. Chick Quest aber machen das. Mit Bravour. Mit Liebe und mit Hingebung und Trompeten und Pauken und Geschreie und, ja, durchaus auch, Getöse, mit hoppelnden Rhythmen und rostigen Sombreros, mit rotem Bandana und mit einer Freshness das es eine Freude ist. Dance the Spaghetti Dance, Wald-Hombres!

Isolation Berlin

Isolation Berlin sind kurzfristig für die erkrankten The Wave Pictures eingesprungen. Perfekt, denn hätten wir sie schon ein kleines bisschen länger gekannt, hätten wir sie sowieso gebucht. Denn Isolation Berlin machtn top-integere Musik mit deutschssprachigen Texten. Etwas, das ziemlich schwierig ist und an dem viele Künstler scheitern. Schwermut, Melancholie, aber auch Wut und Punk in der Attitüde, während sich die Musik sich vordergründig leicht anmutend ihre Wege in verhuschte, verzerrte Shoegaze-Wände bahnt. Wie schön, dass ihr noch so kurzfristig zu uns gestoßen seid!

Pollyester

Vorneweg sei gesagt: Was für eine geniale Band. Jetzt mal ein bisschen analytischer: Was für eine geniale Band. Und jetzt ganz subjektiv: Was für eine geniale Band. Warum? Pollyester ist Disco für alle, die nie glaubten, dass ihnen Disco mal gefallen könnte und jetzt mit der Spiegelkugel eins drübgebraten bekommen. So geschmeidig und trotzdem nicht mal ansatzweiße unangenehm cheesy oder schmierig oder altbacken, dass man schwer ins Zweifeln darüber kommt, ob das mit diesen Genre-Einteilungen eigentlich echt zielführend ist. Das liegt sicher auch an den vertrackten krautigen Anleihen und dem Postpunk mit viel Post-im-Punk, der Kopf und Füße rigorös schön verschwurbelt. Krasses Ding.

Puta Madre Brothers

Herr Macaroni, Herr Nenning und Herr Vacirca, die gerne aus Mexico kämen, aber leider „nur“ Australier sind, haben einst die Nase voll von Wombats und Kängurus, schnallen sich Bananen als Pistolen an, schminken sich gefährlich schwarz und gründen wieso auch immer The World's Biggest One Man Band, Puta Madre Brothers. Die pure kulturelle Verwirrung. Funktioniert allerdings ausnehmend gut. Ja, wir haben es hier mit drei Dudes zu tun, die gleichzeitig Schlagzeug und Gitarre spielen. Ja, die Musik ist nicht wirklich fassbar, oder hat wer schonmal Mariachi, Disco, Flamenco und Rock unter einen Sombrero gepackt? Und ja, wir haben ein bisschen Angst, dass uns die Jungs den Schloßberg abreißen. Falls es dazu kommt, seid ihr alle dazu eingeladen mitzumachen. Das wird bombástico.

The Sore Losers

Dieses Jahr als Headliner: Derber Waldrock. Kniet nieder unter dem Getöse der mächtigen Sore Losers aus Belgien. Irgendwie zwar aus der Tradition des Blues-Rock kommend, nageln die Sore Losers mit ihrem scheppernden Bass, dem hyperaktiven Schlagzeug und den wirbelnden Gitarren einfach ein fettes „DANCE“ an die Waldwand. Gesegnet mit einer unglaublichen Lässigkeit, wie sie so viele junge Bands nicht mehr hinbekommen, wird hier angenehm elegant geklotzt statt gekleckert. Mit Stil brettern wir zusammen in die fast sträflich lustvollen Untiefen dieser teuflischen Gitarrenmusik.

Alex Banks (Monkeytown|Berlin) Live

Nehmen wir mal Heidegger oder Adorno. Haben ja beide verflixt wichtige Sachen in die Welt herausgeblasen. Aber eine berückende Beglückung beim Konsum dieser Philosophen haben wohl nur die wenigsten erfahren. Das muss auch nicht immer sein, aber wie viel unglaublich toller ist es denn, wenn beides funktioniert? Und damit wären wir bei Alex Banks. Der britische Produzent ist verdammt intelligent, verdammt anspruchsvoll, aber trotzdem einfach eine musikalische Wonne. Seine Musik ist ein in sich geschlossenes Kunstwerk aus treibendem Techno als Grundlage und millionenfachen Modifikationen aller Klänge, die da so rumschwirren, als mächtige Rahmung, während im Hintergrund eine fast schon unheimlich perfekte Visual-Show alles in Szene setzt. Und wenn er dann an Waldstock all diese Teile live für uns zusammenbastelt, dann kann man entweder staunend da stehen – oder sich einfach nur vom gewaltigen Bassmonster zum tanzenden Dinosaurier transformieren lassen. Lass' krachen, Pegnitz!