Freitag 6. 7. 2018

Samstag 7. 7. 2018

Freitag

Parresia

Zum Jubiläum gönnen wir uns einfach mal was Extravagantes: Unsere Festival-Opener kommen aus Chile und machen Jazz-Fusion mit dicken Hip Hop-Beats und souligsten Grooves. Was könnt ihr euch schöneres vorstellen, als zum sonnigen Festivalstart in der Wiese zu fläzen und mit dieser hochmusikalischen Kombo durch die Wälder zu schweben? Waldstock & Chill. Und Groove. Und Dance. Hallo Jubiläum!

Maybellene & Friends

Es folgt die Abschrift eines Gespräch mit Mebel, ihrerseits Mastermind der Bluegrass, Country und Americana-Gruppe Maybellene & Friends aus Augsburg: „Hey Mebel, wie lange könnt ihr denn spielen?“ „Na, wenn alle dabei sind, so drei Stunden!“ WOT? Diese Band gibt’s erst seit Kurzem, aber ihr Repertoire ist schon größer als ein Pottwal, der schleunigst mal auf Diät gesetzt werden sollte. Konzerte der siebenköpfigen Gruppe sind kleine Festivals für sich, eine Reise durch die Geschichte der amerikanischen Traditionals, mit Eigenkompositionen, Pauken und Trompeten, Geigen, Gitarren und Mebels unvergleichlicher Stimme. Sie ist bittersüßes Klagen und hymnische Erhebung in der Dämmerung der Wälder zugleich. Ein einmaliges Erlebnis.

Dr. Umwuchts Tanzpalast

Es gibt so Bands, die heißen „Arctic Monkeys“, oder: „I Like Trains“. Kann man sich dann nicht so wirklich vorstellen, was für Musik die machen. Und dann gibt’s Dr. Umwuchts Tanzpalast. Kurz kratzt man sich am Kopf, was soll denn das Umwucht? Aber dann legen die fünf Jungs los, labern nicht lang, knallen ihr musikalisches Dynamit auf die Bühne und schaffen das Kunststück, eine grünen Waldlichtung in einen schillernden Tanzpalast zu verwandeln. Ja, der Name ist Programm, bei Dr. Umwuchts Tanzpalast, mit brodelnden Ska Beats, klackernder Cowbell und feuriger Freude wildern sie sich wollüstig durch Weltmusik mit Straßenkünstlerflair und bereiten Waldstock ein großes Fest. Ein Tanzpalast, indeed.

Adriano Celentano Gebäckorchester

Keine! Andere! Band! Der! Welt! könnte uns ein besserer Freitags-Headliner sein! Adriano Celentano Gebäckorchester sind die Liebe in elf Personen, ein überschäumendes, verrücktes, heißblütiges Musikerkollektiv aus Berlin, dass sich der schönsten aller Musiken angenommen hat: Denn wo anders, als beim italienischen Schlager des letzten Jahrhunderts, der bittersüß, mit so viel Herz, so viel Taumel und ernstestem, leidenschaftlichstem Pathos aus elf Kehlen über die Wiese schallt, wo anders könnten wir uns alle mehr in der unglaublichen Atmosphäre dieses Festivals verlieren! Singt alle mit, tanzt und lacht und weint mit uns, Adriano Celentano Gebäckorchester, ihr seid die Dirigenten unseres verzückten Waldstock-Jubiläums-Rauschs!

Samstag

Remedy

Der erste Waldstock-Slot gehört ja bekanntlich Bands aus der Region, zu den Pegnitzer Vororten zählt bekanntlich ja auch Bayreuth und damit wären wir bei: Remedy! Die Bayreuther Buben ballern gleich zum Festivalstart ordentlich los, mit vielem feinstem Gefühl für poppige Melodien, die sie wahlweise in ein Wald-Beet aus Prog-Rock, Indie-Schmindie, Alternative oder gutem, altem, ehrlich-knarzigem Bluesrock betten. Also quasi ein Best-Of-Waldstock innerhalb einer Band – gäbe es einen besseren Jubiläums-Opener? Wir so: Ne! Ihr so: „Hallo Remedy!“

Blackbird Mantra

Bodenständiger Bluesrock, der dich im Sicheren wiegt, dir noch einmal kurz zunickt und dann mit rasender Geschwindigkeit in die ungreifbaren Gefilde psychedelischer Wachträume abbiegt. Blumiger Folk-Pop, der dir mit geschlossenen Augen den sonnigen Nachmittag versüßt, bevor ein Hauch von Herbstmelancholie dein Herz durchrüttelt. Das sind Backbird Mantra, die wie die letzten Sommertage eines Jahres klingen, wie ein bunter, düsterer Traum, eine Reise, nein, ein Trip durch unendliche Weiten und doch so intim und zärtlich. Blackbird Mantra führen uns mit ihrer Musik in die Tiefen unseres geliebten Waldes – wir lösen 'ne Karte und fliegen mit!

[LEAK]

Atmen, zur Ruhe kommen, Luft holen – es sind die Momente dazwischen, die Stille, wenn der Ton, der gerade dran war und der, der gleich kommt, sich noch neugierig beschnüfflen. Die Nürnberger [LEAK] beherrschen diese Momente, wie nur wenig andere. Schwebende Klänge, an die sich feinteilig zerstrudelte Songs schmiegen, 99 Soundschichten, die vertrackt und mitreißend, anmutig und schön sind und doch genug Platz lassen, zum Atmen, zum zur Ruhe kommen, zum Luft holen. Aber ach, die Katharsis folgt auf dem Fuß: Der nächste Vulkanausbruch, heraus aus der Ruhe, hinein in ein funkelndes Post-Rock-Eletronik-Inferno, ist schon in der Weite zu sehen. In stiller Verzückung brennen wir mit.

Odd Couple

Jetzt stellen wir uns mal vor, es würde an Waldstock regnen. In Strömen. Keine schöne Vorstellung und natürlich (!) auch keine realistische. Aber nur Gesetz dem Fall es wäre so, dann wäre das ab dem Moment, an dem Odd Couple die Bühne betreten – vollkommen Wurst. So trocken, so heiß, so voller Wüste und hochmusikalischem Staub ist diese Musik, Odd Couple würden innerhalb von wenigen Sekunden alles Wasser zum Verdampfen bringen. Beziehungsweise: Den Regen auf euren Körpern durch Schweißbäche ersetzen. Mit brachialem Rock aus einer funkelnden Garage, mit röhrendem Gesang und stampfenden Grooves reiben euch Odd Couple mit glitzerndem Sand ein, pulverisieren alle Hemmungen und verwandeln Waldstock in einen schwitzigen Tanzstock.

Rikas

Aus Stuttgart kam in den letzten Jahren immer eher Musik der dräuend-drohend-düster-dreckigen Art auf Waldstock. Human Abfall 2016, zum Beispiel. Oder Die Nerven, 2014. Aber hey, die lieben Schwaben können deutlich luftiger und leichter, ohne auch nur einen Hauch an musikalischer Grandesse zu verlieren! Auftritt: Rikas. Blutjung und jungschön und schöncool – und saugut. Vierstimmiger Gesang hüpft elegant über die allerreizendsten Melodien, mal sonnen sich die Songs im sommerlichen Surf-Gestus, mal kucken sie wild zuckend im Club vorbei. Das ist Musik, die so klingt, als hätten wir sie extra für den Waldstock-Nachmittag entworfen: Lässig, aber tanzbar, leichtfüßig, aber clever, mit großer Freude daran, einfach im Hier und Jetzt zu existieren und uns allen eine verdammt gute Zeit zu schenken.

Gaffa Tape Sandy

Wie schnell kann man sich verlieben? In vorliegenden Fall innerhalb von drei Minuten. Wir zumindest haben uns nach nur einem Song in Gaffa Tape Sandy verliebt. Wir haben uns verliebt, weil die Engländer mit Schlagzeug, Gitarre und Bass so frische, mitreißende, melodieverliebte und trotzdem wunderbar slackig-schrammelige Rockmusik spielen. Weil sie zwar zu dritt sind, aber mit einer unerklärbaren Energie auf der Bühne zu einer einzigen Live-Maschine werden. Weil sie perfekte, kleine Songs spielen, die zu perfekten, kleinen Moshpits führen können und – last but not least – weil sie so irre lieb und sympathisch sind. Wir wollen euch und eure Musik für immer auf dem Schloßberg behalten, das wünschen wir uns zum Jubiläum!

Afterpartees

Die Afterpartees aus Holland schenken uns zum Sonnenuntergang alles, was ein Festival braucht: Musik, zu der sich genauso hervorragend verliebt knutschen wie euphorisch taumelnd Bier verschütten lässt. Eine Stimmung, bei der man grinsend minutenlang durch die Gegend und mit Allen und Jedem tanzen will. Einen Frontsänger, der mindestens die Hälfte der Show im Publikum mitfeiert, durch die Gegend turnt wie ein Derwisch, der schreit, singt, johlt und für den der Begriff „Rampensau“ erfunden wurde: Exzess und Party und Liebe und Waldstock.

Park Hotel

Leute, Zeit eure hübschen Hüften zu schwingen! Park Hotel sind extra für Waldstock aus London hergeflogen, hängen eine glitzernde Discokugel über die Bühne und machen aus einer grünen Waldwiese einen funkelnden Dancefloor. Mit hypnotischen Gitarrenriffs, verführerischen Bassgrooves, rasselnden Percussions und flitternden Synthie-Flächen beamen sie uns in eine andere, ihre Dimension: Willkommen im Park Hotel, Ihrer Bleibe für die nächsten 70 Minuten, einem Ort, an dem selbst der stoffeligste Stock nicht mehr an sich halten kann und in den wildesten Tanzrausch verfällt. Umwerfend und unwiderstehlich, unsere Headliner: Welcome Park Hotel!

Häxxan

Abriss um Mitternacht ist gepflegte Tradition bei Waldstock und die darf auch zum Jubiläum nicht fehlen! Zeremonienmeister dieses Jahr: Häxxan aus Israel und Berlin, die nochmal so richtig dicke Geschütze auffahren: Schnell und laut und ungebremst exzessiv hämmern die drei Jungs mit Schlagzeug, Gitarre und Bass die Bühne in den Boden. Aus dem großen Festivalgelände machen sie eine kleine, drückende Partygarage in der dein Hirn explodiert und man muss sich ob dieser rohen Energie schon kurz am Kopf kratzen und fragen: Was zur Hölle geht hier eigentlich ab? Häxxan gehen ab, ihr geht mit und gemeinsam gehen wir in ein neues Vierteljahrhundert Waldstock!